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Hintergrund und Ziele

Allgemein anerkannte, einheitliche Standards für die Betreuung und Pflege von Kleinkindern von 0 bis 3 Jahren in KiTas und in der Tagespflege fehlen. In der praktischen Arbeit der KiTas und der Tagespflege bestehen Defizite in der vorbeugenden Gesundheitsförderung und im Umgang mit Gesundheitsstörungen.
Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Erkennung und die Vorbeugung von Infektionen und Unfällen, der Umgang mit Erkrankungen und Behinderungen sowie das Erlernen und Festigen eines gesundheitsfördernden Lebensstils mit regelmäßiger Bewegung und ausgewogener, gesunder Ernährung.

Während es in Deutschland einzelne, länder- und gruppenbezogene Rahmenbedingungen zu rechtlichen, fachlichen und finanziellen Fragen, z. B. zur Hygiene oder zur Verabreichung von Medikamenten in Tageseinrichtungen für Kinder gibt, ist deren flächendeckende Umsetzung nicht gesichert.

MitarbeiterInnen in KiTas und Tagespflegepersonen äußern oft große Unsicherheit und den Wunsch nach mehr Unterstützung und Orientierung im Bereich der gesundheitlichen Betreuung und der Gesundheitsförderung.

Die multidisziplinäre Erstellung von anerkannten Standards für die Gesundheitsförderung in der Kindertagesbetreuung auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Evidenz und bewährter Praxis kann hier einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten.
Solche Standards sollten mit Bundesländern, Kommunen, Fachgruppen und beteiligten Akteuren diskutiert und soweit möglich abgestimmt werden, um dann in ein Curriculum Gesundheitsförderung in die Aus- und Weiterbildung von ErzieherInnen und Tagespflegepersonen Eingang zu finden.

Notwendig sind vor allem:

  • Einheitliche, evidenzbasierte Hygienestandards und praxisnahe Anleitungen für deren Umsetzung im Alltag von KiTas und Tagespflege.
  • Klare Anleitungen für den Umgang mit Lebensmitteln einschließlich abgepumpter
    Muttermilch und Säuglingsnahrungen.
  • Standardisierte, auf aktuellem Wissensstand beruhende Empfehlungen für den Umgang mit akuten, fieberhaften Erkrankungen.
  • Regelungen zur Abgabe von Medikamenten an Kinder in Kinderkrippen, mit Vorschlägen für zu treffende privatrechtliche Vereinbarungen zwischen Eltern und dem KiTa-Personal bzw. Tagespflegepersonen.
  • Praxisnahe Konzepte für eine im frühen Kindesalter einsetzbare präventive
    Gesundheitsförderung, z.B. zu den Themen Impfungen, Ernährung, Bewegung und Zahngesundheit.
  • Klare Hinweise zu gesundheitsrelevanten Aspekten, die für die Erteilung einer
    Betriebserlaubnis wesentlich sind.
  • Die Erstellung von Konzepten und Materialien für die Fort- und Weiterbildung von ErzieherInnen und Tagespflegepersonen.
  • Die Erstellung von Konzepten und Materialien für die Ausbildung von ErzieherInnen an Fachschulen.
  • Die Erstellung von Konzepten und Materialien für die Information von Eltern.

Ziele des Projektes: Erstellung und Etablierung von:

  • einfachen, breit einsetzbaren Fortbildungskonzepten für ErzieherInnen und Tagespflegepersonen und
  • Ausbildungskonzepten für Fachschulen für ErzieherInnen, mit denen eine sehr große Anzahl an Zielpersonen flächendeckend erreicht wird.

Dabei soll geprüft werden, in welchem Umfang der öffentliche Gesundheitsdienst in einzelnen Bundesländern und auch praktizierende Kinder- und Jugendärzte für die Implementierung von Schulungen gewonnen werden
können. Des Weiteren sollen auch den Eltern wichtige Informationen zu den hier angesprochenen Fragen zur Verfügung gestellt werden.